E-Gitarre

E-Gitarre

Die elektrische Gitarre

Die sogenannte E.-Gitarre unterscheidet sich im Wesentlichen von der Akustikgitarre durch elektronische Verstärkung des Klangs. Dazu werden ein oder mehrere sog. Tonabnehmer (engl. Pickups), sowie weitere Elektronik, wie Lautstärke,- u. Tonregler (Bass, Mitten und Höhen) auf dem Korpus installiert, die den Klang (Sound) elektrisch verstärken und verändern können.

Für den Sound benötigt man zusätzlich einen Verstärker (engl. Amp.), der mittels eines Kabels (Gitarrenkabels) mit der E.-Gitarre verbunden wird und so das elektrische Signal durch Saitenschwingungen, hörbar werden lässt.
Die Entwicklung der E.-Gitarre wurde von dem Wunsch getrieben, dem Instrument eine größere Lautstärke zu verschaffen. Das wurde notwendig, da sich die Gitarristen vor allem der frühen Jazzmusik mit ihren rein akustischen Instrumenten nur schlecht gegen Bläser, Schlagzeug oder auch nur gegen ein einzelnes Klavier durchsetzen konnten.

Wir schreiben das Jahr 1936. Der Mann am Microphon ist Benny Goodman und der Mann den er im folgenden mit großer Euphorie ankündigt, ist ein Gitarrist der gerade mal Anfang 20 ist und erst seit wenigen Wochen Mitglied dieser Band ist. Im darauf folgenden Eröffnungsstück „Flying Home“ demonstriert Charles Christian mit seinerE.-Gitarre stolz und eindrucksvoll, das in diesem Moment den Saxophonen und Trompeten, sowie dem Schlagzeuger ein ebenbürtigerKonkurrent erwachsen ist. Die elektrische Gitarre.

Die akustische Gitarre war bis dato nicht das Instrument welches sich für die Arrangements der Jazz Bands früherer Jahre aufdrängte.Sie war schlichtweg zu leise um sich gegen Bläser, Schlagzeug oder auch gegen das Klavier durchzusetzen.

So wurden schon in den dreißiger Jahren stets E.-Gitarren im Set mit einem Verstärker (zumeist Röhrenverstärker) angeboten und verkauft. Der Korpus einer E.-Gitarre besteht meistens aus massivem Holz (Solidbody). Selten werden auch andere Materialien wie Kunststoffe verwendet, die auch mit Kohlenstofffasern verstärkt sein können. Es gibt aber auch E.-Gitarren mit einem der Akustikgitarre ähnlichen Hohlkörper, sowie Mischformen (Halbresonanzgitarren, „Semiacoustics“).

Das verwendete Material, dessen Beschaffenheit und die Form des Korpus spielen, anders als die Tonabnehmer und deren elektrische Schaltung, sowie die Saiten und die Anschlagsdynamik, zumeist mit einem Pkektrum, nur eine geringe Rolle für den Klang einer E.-Gitarre.

Auch bei der verwendeten Hardware (Mechanik), z.B. den Stimmmechaniken oder dem Steg (bei der E.-Gitarre Bridge genannt) gibt es höchst unterschiedliche Ausprägungen, die durch Bauweise und verwendetes Material, viel mehr den Klang des Instruments beeinflussen, als der Korpus.

Eine E.-Gitarre hat in der Regel auch sechs Saiten, die allerdings oft wesentlich dünner sind, als bei der Akustikgitarre. Es gibt aber auch Modelle mit sieben, acht, neun oder sogar 12 Saiten.
E.-Gitarren haben zumeist 21. 22 oder sogar 24 Bünde, also ca. fünf Bünde mehr als herkömmliche Konzertgitarren. Es existieren sogar Sonderanfertigungen mit bis zu 36 Bünden ( Gitarrist K.K.Downing v. Judas Priest). Es gibt verschiedenste Halslängen,-u. Breiten, die Mensur beträgt üblicherweise 62,8 cm (Gibson Les Paul) oder
64,8 cm (Fender Stratocaster), die ich zumeist in meiner Band spiele, aber auch Sonderanfertigungen, die weit von diesen Mensurlängen abweichen.

Die Saitenschwingungen bei elektrischen Gitarren werden über elektro-magnetische Tonabnehmer (engl. Pickup) abgenommen und elektronisch wiedergegeben.
Bei den Tonabnehmern unterscheidet man im Wesentlichen zwischen den Konstruktionen „Single Coil“ und „Humbucker“.

Um den Klang zu variieren, haben viele E.-Gitarren mehrere Tonabnehmer und Schalter, um zwischen diesen hin-und herschalten zu können und auch um verschiedene Kombinationen zwischen den einzelnen Tonabnehmern herstellen zu können. Zumeist 3-Weg,- oder auch 5-Weg- Schalter.

Bei der E.-Gitarre existieren drei Grundtypen, die sich am auffälligsten in ihrer Bauweise unterscheiden. Es gibt Gitarren mit einem Hohlraum, die je nach Höhe der Zargen als Halb,-oder Vollresonanzgitarren bezeichnet werden und sog. Solidbodys, die aus einem oder mehreren miteinander verleimten massiven Holzstücken bestehen.

Die berühmtesten und am meisten verbreitesten E.-Gitarren sind die Fender Stratocaster, seit 1954 ( ich spiele Eine !) und die Gibson Les Paul seit 1952.
Weitere häufige Modelle sind die Fender Telecaster (1950) und die Gibson SG (1961). Alle diese Modelle werden heute noch hergestellt.

Die 1954 von Fender auf den Markt gebrachte Stratocaster war eine der ersten Gitarren, die über einen Tremolhebel verfügte. Ibanez und der bekannte Gitarrist Steve Vai entwickelten 1987 eine 7-saitige E.-Gitarre (Universe), die 1990 auf den Markt kam.

Heute gibt es die ausgefallendsten Versionen von E.-Gitarren, wie z.B. E.-Gitarren mit zwei Hälsen oder ein Modell, welches den Tonumfang von E.-Bass und E.-Gitarre
in einem Instrument enthält und seit 2007 gibt es sogar eine E.-Gitarre die sich ganz von selbst stimmt.

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